Blogeinträge
- Probleme mit vereister Oberleitung — 24.12.2010
Im verlinkten Spiegel-Artikel ist zu lesen: "Am frühen Freitagmorgen war die Strecke Berlin-Hannover in beide Richtungen stundenlang wegen vereister Oberleitungen gesperrt, dann freigegeben, jetzt geht wegen heftigen Schneefalls nichts mehr. [...] Auslöser der Sperrung der Strecke Berlin-Hannover am Freitagmorgen waren vereiste Oberleitungen auf weiten Teilen der Ost-West-Achse. Vier ICE und ein IC mit insgesamt rund 700 Passagieren blieben gegen Mitternacht zwischen Wolfsburg und Stendal liegen. Nach Auskunft der Bahn mussten sie stundenlang auf offener Strecke ausharren [...]. Die Züge wurden mit Hilfe von Dieselloks weggebracht, die Strecke ist seit dem Morgen grundsätzlich wieder befahrbar."
Die Franzosen haben zumindest auf der Neubaustrecke "Paris – Lyon" gegen vereiste Oberleitungen folgende Lösung gefunden, wie im Buch "Internationaler Schnellverkehr – Superzüge in Europa und Japan" auf Seite 102 zu lesen ist:
"Um der Vereisung des Fahrdrahts bei ungünstigen Witterungsbedingungen zu begegnen und auch in diesem Fall den Verkehr ohne Einschränkungen durchführen zu können, kann die Oberleitung durch einen "kontrollierten Kurzschluss" aufgeheizt werden, wodurch Rauhreif und Eis abschmelzen."Meine Frage: Ist das Abtauen von Oberleitungen auf deutschen Neubaustrecken ebenso möglich? Ich freue mich auf eure Antworten. Vielen Dank!
Weblink: Spiegel Online: Stop and Go auf Deutschlands Schienen - Alle reden vom Wetter, wir nicht! — 19.12.2010

Das war der Titel einer Werbekampagne aus dem Jahr 1966. Leider ist dieser Slogan bei der moderneren Eisenbahn heutzutage nicht mehr gültig, nicht nur bei der Deutschen Bahn, sondern auch bei Zügen in ganz Europa. So hatte beispielsweise der Eurostar oft für negative Schlagzeilen gesorgt. Wie ein Spiegel-Artikel offen legt, liegt es zum einen an der empfindlichen Technik, andererseits an Sparmaßnahmen an der falschen Stelle. Dass es nämlich auch anders geht, zeigt das nebenstehende Bild in diesem Blog und der erste Link zu einem Youtube-Video. Der zweite Link verweist auf den gerade erwähnten Spiegel-Artikel.
Weblink 1: Diesellokomotiven kämpfen sich durch den tiefen Schnee
Weblink 2: Spiegel-Artikel: Warum die Bahn nicht winterfest ist - Train spotters sind verdächtig — 08.12.2010

Am 4. Dezember fuhr ich nach Leinach, um an der Leinachtalbrücke ein paar Winteraufnahmen von ICE-Zügen zu machen. Während ich seitlich der Strecke auf einer Anhöhe stehe und auf den nächsten Zug warte, fährt die Polizei in den Wendekreis heben den Gleisen ein. Nach etwa einer Minute dreht der Polizeibus und fährt wieder weg. Dabei blickte der Fahrer zu mir nach oben, bremste abrupt und legte den Rückwärtsgang ein. Wir blickten uns gegenseitig einige Sekunden an. Dann hob ich meine Kamera hoch und signalisierte ihm, dass ich ja nur zum Fotografieren hierher gekommen sei. Er nickte durch seine geschlossene Fensterscheibe und beide fuhren wieder fort. Auch wenn alles gut gegangen ist, so spukte mit Sicherheit nicht nur mir durch den Kopf, dass ich per se verdächtig bin, so abgeschieden an einer Schnellbahntrasse, mit einem Rucksack auf dem Rücken.
Unter der Terrorangst werden wir als Eisenbahnfreunde, die gerne Züge fotografieren möchten, in die Schranken gewiesen. Einige Beispiele mögen die Problematik verdeutlichen.
1996 in Spanien. Ich reiste extra nach Madrid, um den AVE-S 100 zu fotografieren. Nur leider durfte ich nicht auf den Bahnsteig. Polizisten mit Maschinengewehren versperrten mir den Weg. Auch als ich Ihnen versicherte, nur ein paar Fotos schießen zu wollen, gaben sie nicht klein bei. Am nächsten Tag reiste ich mit dem AVE nach Sevilla. Beim Aussteigen fragte ich den Fahrer, ob ich in den Führerstand rein dürfte um zu fotografieren. Er erlaubte es mir. Auf der Rückfahrt nach einem Filmwechsel fragte ich erneut nach, ein paar Fotos vom Cockpit zu machen. Mit Blick auf die Polizisten verneinte er freundlich. Ok, das konnte ich verstehen.
2005 in den Bahnhöfen von Paris. Viele Polizisten mit Maschinengewehren in den Händen. Da traute ich mich schon gar nicht in die am Bahnsteig abgestellten TGV-Züge rein, um Fotos vom Fahrgastraum zu machen. Als ich bei mehreren Fahrern höflich fragte, ob ich mal ein Foto vom Führerstand zu machen, erzählten sie mir unisono: es ist strengstens verboten, Fremde in das Cockpit zu lassen.
Wie schön war die Zeit vor dem 11. September 2001. Da spazierte ich in die TGV-Züge, in die Eurostar-Italia-Flotte, konnte Aufnahmen von den Führerständen im ETR 500, TGV-Reseau, TGV-Duplex, Thalys, ICE 3 und ICE-T machen. 1995 hatte ich die Ehre, vorne drin im ICE 1 mitzufahren.
Nun betreibe ich seit mehr als zehn Jahren eine umfangreiche Website über Hochgeschwindigkeitszüge. Nur: wie komme ich an aktuelles Bildmaterial, wenn man beim Fotografieren immer mehr eingeschränkt wird? Welche Erfahrung haben andere Eisenbahnfreunde gemacht? Kann man irgendwo eine schriftliche Erlaubnis zum Fotografieren erhalten? Wohin wendet man sich, um das Einverständnis zu bekommen, in den Zügen Aufnahmen zu machen? Über Feedback würde ich mich sehr freuen!
Weblink: Terrorism laws used on train spotters - Adobe Creative Suite 5 Design Premium — 09.06.2010Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich intensiv mit der neuen Adobe Creative Suite 5 Design Premium. Da ich vorher mit der Creative Suite 3 Standard, Flash CS3 und GoLive 9 gearbeitet hatte, war das Update ein größerer Schritt nach vorn. In erster Linie begeistern mich InDesign und Photoshop (endlich Extended!). In Dreamweaver arbeite ich mich gerade intensiv ein. Zwar fing ich 1999 mit Dreamweaver 2 an, wechselte aber noch während der Version 3 zu GoLive 4. Für 10 Jahre war GoLive in allen Zwischenversionen mein Werkzeug der Wahl, um meine Websites zu erstellen und zu pflegen. Da Adobe das Programm leider zugunsten von Dreamweaver einstellte, war der Kauf von CS5 Design Premium ein Muss. Trotz des wehmütigen Abschieds von GoLive haben mich bereits die ersten Stunden von Dreamweaver CS5 beigeistert. Sehr gut gefallen mir vorallem die Live-View und Live-Code-Ansichten bei meinen PHP/MySQL-Projekten!
Weblink 1: Adobe Creative Suite 5 Design Premium
Weblink 2: Cancom Online Shop - Trägt die Wikipedia zum Sterben privater Websites bei? — 09.02.2010
Eines gleich vorweg: Ich finde die Wikipedia wirklich nützlich und bin auch als Autor registriert. Dennoch gibt es meiner Meinung nach eine Schattenseite dieser Enzyklopädie: viele private Websites schließen, weil es die Wikipedia gibt.
Nehmen wir beispielsweise mal meinen Internetauftritt über Hochgeschwindigkeitszüge. Die ersten Artikel stellte ich 1999 ins Netz. Damals gab es weltweit überschaubar viele Superzüge. Der Aufwand, alles aktuell zu halten, hielt sich in Grenzen. Nun sind in den letzten zehn Jahren die schnellen Züge wie Pilze aus dem Boden geschossen und mir als alleiniger Verfasser und Betreiber meiner Website ist es schlichtweg unmöglich, alle Berichte und Streckennetzkarten stets aktuell zu halten. Außerdem bin ich kein Bahn-Insider mit leichtem Zugang zu aktuellem Informationsmaterial.
Bei der Wikipedia schreiben dagegen hunderte von Eisenbahn-Enthusiasten an entsprechenden Artikeln. Manche haben zudem beruflich mit der Bahn zu tun und sitzen an Informationsquellen, die aktueller und detaillierter kaum sein können. Die Wikipedia-Artikel sind also konkurrenzlos aktuell.Ein weiteres Ziel meiner Website ist, dass sich alle Züge quasi "unter einem Dach" befinden. Die einzelnen Zugtypen sind nicht auf mehrere Websites verstreut, sondern jeweils nur zwei, drei Klicks voneinander entfernt. Die Wikipedia entspricht dem gleichen Konzept: man findet alles an einer Stelle im Web.
In den ersten Jahren nach dem Jahrtausendwechsel waren noch einige private Webauftritte zum Thema Eisenbahn online: ICE-Networld, ICE-Fanpage, TGVweb und byun byun shinkansen. Entweder gibt es sie heute nicht mehr oder werden seit Jahren nicht mehr aktualisiert, was ich persönlich jammerschade finde. Es waren hervorragende, qualitativ hochwertige Präsenzen mit sympatischen, aufgeschlossenen Menschen dahinter, die einfach aus Spaß an der Freude die Seiten betrieben. Freilich gibt es die ehemaligen Sitebetreiber auch heute noch und der ein oder andere mag ja an der Wikipedia mitarbeiten, aber ein privater Webauftritt ist viel persönlicher, als es die Wikipedia je sein könnte.